Infos Teichrock 2011
Infos Teichrock 2011
Bandinfos:
Mikroboy
Ein Brutzeln. Ein Griff in die Kiste mit den elektronischen Geräuschen der 80er. Eine Gitarre mit den besten Grüßen der 90er. Dann ist man wieder in der Jetztzeit. Mit der Stimme von Michi Ludes im Ohr – im Kopf des selbigen. Eine weiche Stimme, melancholisch aber wach, zweifelnd aber suchend. Und spätestens im Refrain, wenn die Bandkollegen Kai-Steffen Müller und Tobi Noormann aufdrehen und die Gitarre auf Hymne schaltet, dann beantwortet man die Frage, die MIKROBOY mit ihrer Single stellt, ganz sicher so: „Genau jetzt!“
„WANN BLEIBST DU ENDLICH“ ist die erste Single des neuen MIKROBOY Albums, das im Juni bei Embassy of Music erscheinen wird. Produziert von Tobias Siebert (selbst bei Klez.e, Produzent von z. B. Kettcar, Juli und Phillip Boa) haben MIKROBOY dem glatten Sound ihres Debüts „Nennt es wie ihr wollt“ abgeschworen und die Klangfarben verdüstert. Zwar streben die Melodien noch immer gen Pop-Himmel, aber die Drums sind mächtiger, die Gitarren härter, der Bass dunkler. Was, seien wir doch mal ehrlich, viel besser passt zur Poesie des Michi Ludes.
Aber: „Da ist immer noch viel Hoffnung drin. In allem was wir machen.“ Das will Michi klarstellen. Und man hört es dem Song an vielen Stellen an. „Wenn man die Hoffnung und den Mut / auf etwas stützt, das gar nichts nützt / dann bleibt als Grundphilosophie / nur stumpfe Lethargie“, so heißt es zwar dort, aber nur solange, bis der Refrain kickt und Hoffnung erkennen lässt. Selbst wenn es nicht diese Gute-Laune-Pop-Version ist, die viele deutsche Bands anbieten, sondern eine subtile, leise Hoffnung, die dem Zweifel die Heimat entgegenstellt: „Eigentlich gemein und unendlich schwer / so wolltest du nie sein / wann kommst du endlich heim?“
Am Ende funktioniert diese Single genauso, wie Michi in Kopf und Herz funktioniert. „Mieten, Versicherungsbeiträge und Telefonrechnungen gegen Besucherzahlen, Plattenverkäufe und Bekanntheit. Meine Taschen sind voll mit Achtungserfolgen. Eigentlich eine Währung - nur steht der Wechselkurs so schlecht. Das alles lässt mich jedoch nicht verzweifeln, solange es den einen guten Grund gibt.“ Und dieser Grund ist Hoffnung. Und die wird bei MIKROBOY immer bleiben, egal wie ein Jeder die Frage „Wann bleibst du endlich?“ für sich beantwortet.
Die Rakede
DIE RAKEDE kommt an, im wahrsten Sinne des Wortes. Auf den Festivals, die sie spielten, waren sie 2010 die absoluten Abräumer. Beeindruckend wie sie Studenten, Trendkinder, Kappenträger, Alternatives, Iros und sogar die Anspruchsvollen zum Tanzen bringen. Keiner kann sich dem neon spass trash elektro rock styler pop hop live entziehen. Man kann es nicht beschreiben, man muss es sehen.
Den erfrischenden „Weltraumstil“, der augenzwinkernd aus Rap, Elektro, Soul und Rock zitiert, durch die markanten Stimmen der drei Frontmänner Triebwerk 1, 2 und 3 seine ganz eigene Note erhält und ein ungewöhnliches Soundspektrum zwischen den klassischen Rockinstrumenten, Boardcomputer und Weltraumgeige abdeckt, nennt ByteFM „Beastie Boys treffen Deichkind auf dem Grab von John Belushi – Sound“.
Dies verpackt in einer energiegeladene Bühnenshow mit zahlreichen unerwarteten Aktionen und schrillen Kostümen, lässt jeden Zuschauer schnell erkennen: Diese Jungs sind tatsächlich vom Mars und haben was Heißes mitgebracht.
Als Pate steht der Band um die drei Frontmänner Triebwerk I, II und III niemand geringeres als der seit 1997 aus der deutschen Musikszene nicht mehr wegzudenkende Hamburger Rapper Samy Deluxe zur Seite, der die Band persönlich aus der Vielzahl von Mitbewerbern auswählte.
Face Tomorrow
Face Tomorrow ist eine Band aus den Niederlanden, die es beinahe nicht mehr gäbe. Kurz nach der Veröffentlichung ihres letzten Albums „In the Dark“ stieg ein Gründungsmitglied aus, was fast das Ende der Band bedeutete. Zum Glück rauften sie sich zusammen und feiern nun wieder zu fünft mit ihrem neuen selbstbetitelten fünften Album eine Art Reinkarnation.
Gleichermaßen von Sunny Day Real Estate, Quicksand und At The Drive-In sowie Deftones, Radiohead, Muse und Foo Fighters beeinflusst, haben FACE TOMORROW seit ihrer Gründung vor mehr als einem Jahrzehnt ihren ganz eigenen Sound gefunden.
Das beweisen nicht nur die letzten vier Alben, sondern auch die mehr als fünfhundert Konzerte, die FACE TOMORROW durch ganz Europa bis in die USA geführt haben. Auf großen Festivals wie Lowlands, Pukkelpop oder Groezrock waren die Songs der Niederländer dabei genauso zu hören, wie im Radio oder im Musikfernsehen.
Die neue CD von FACE TOMORROW, die schlicht so heißt wie die Band selbst, klingt positiver und hoffnungsvoller als der melancholische Vorgänger „In The Dark“, bei dem sich Sänger Jelle Schrooten und Gitarrist Aart Steekelenburg mit dem Tod ihrer Väter auseinandersetzten.
Die elf neuen Tracks zeigen eine Band, die die Dunkelheit überwunden hat und die glücklich darüber ist, das Leben wieder genießen zu können.
Auf die ganz großen Gefühle verzichten FACE TOMORROW deshalb aber natürlich noch lange nicht. Schließlich waren die schon immer der Kitt, der bei ihnen Indie-Rock und Post-Hardcore zusammenhielt.
Benzin
BENZIN, eine der wohl umtriebigsten deutschen Bands kommt aus dem beschaulichen Ulm. Nach ein paar Jahren und mehreren hundert Konzerten auf dem Buckel holen die vier nun zusammen mit der Punk-Talentschmiede Hamburg Records zu ihrem ersten wirklich großen Schlag aus.
Eine sechsmonatige Tour (unter anderem mit den Labelmates MONTREAL) in Verbindung mit der Single „Herbst“ sind hier nur die ersten Vorboten des 2011 folgenden Albums.
An BENZIN wird man schon in diesem Festivalsommer nicht vorbeikommen können! Da trifft es sich gut, dass die Jungs auch live eine Macht sind!
Homesick Astronauts
Fünf Jungs in ihren blauen Anzügen treiben durch den Weltraum; und weil es zu still ist greifen sie zu ihren Instrumenten und machen Musik!
Die Hamburger Indie-Pop Astronauten, die sich schon seit der Schule kennen, überzeugen durch ihre energiegeladenen Shows - egal ob auf Festivals oder in verschwitzten Live-Clubs.
Mit ihren eingängigen Songs bewegen sie sich zwischen Beatleskem Pop und Folk Rock ohne dabei die Grenzen zu ernst zu nehmen.
Egal wohin es sie treibt; bei so viel Spaß auf und vor der Bühne ist ihr Heimweh schnell vergessen.
Destination Anywhere
Destination Anywhere aus Siegen wissen nach über 150 Aufritten europaweit genau wie man ein Publikum zur Extase treibt. Schon im Gründungsjahr 2006 schlug die Band mit ihrer unverwechselbaren Mischung von PopPunk und Skaelementen sowie ihrer explosiven Liveshow in der Szene ein.
2009 nahm die Band mit ihrem Produzenten David Bonk (Panik/Nevada Tan/La Fee/Aloha from Hell) die EP „You won’t bring me down“ auf, mit der sie ein überaus erfolgreiches Festivaljahr spielten und sogar in Paris vor einem ausverkauften Club landeten. Im Jahr 2010 platzte das erneut von David Bonk produzierte Album „Party, Love & Tragedy“ in die deutsche Musiklandschaft wie eine Farbbombe und überzeugte Fans und Kritiker.
Am wohlsten fühlt sich die Band aber immer noch zwischen Bühnenbrettern, Sonnenschein, Backdrop und Publikum… Destination Anywhere ist im Jahr 2011 so hungrig wie noch nie und bereit die Festivalbühnen Deutschlands und Europas in eine Partyhölle zu verwandeln, bei der kein Arsch auf dem Rasen bleibt!
Taiga
Ich bau mir ein Haus aus den Brettern, die die Welt bedeuten! TAIGA folgen mit diesem Manifest ihrer ganz eigenen Definition von „Bandsein“.
Miteinander aufgewachsen in der musikalischen Sozialisation auf dem Zenith des Indieshit der 00er Jahre hat sich das Trio zurückgezogen, um sich seine eigene Idee von alternativer Rockmusik zusammen zu zimmern. Kein Bock mehr auf Grunge 2.0, Emo oder Indietum
Taiga erfinden dabei das Rad nicht neu, doch bringen sie dieses ganz erheblich zum Rollen. Bisher nur den Rohbau als Lokalhelden gesetzt, arbeitet die Band derzeitig an einer Produktion mit Jens Eckhoff (Wir sind Helden). Danach soll es mit einem neuen Kombi raus ins große Deutschland.
Kennst du das, wenn in einem kleinen Dorf ganz plötzlich ein großes Gebäude entsteht? Auf einmal ist es da! Bald schon ist Richtfest und du darfst dabei sein!
Roof Now
7% ist laut Manu die Wahrscheinlichkeit, dass da was draus wird. Nisch, Skeptiker vor dem Herrn, versucht sich einen Weg durch die Theorie der Kritik zu bahnen, Sebastian zieht Referenzen zu den Foals, zu The Notwist, zu Broken Social Scene. Gabriel schweigt und freut sich aufs Machen.
Es geht bei ROOF NOW nicht darum einem Trend zu folgen, Musikmachen in dieser Konstellation ist eine Leidenschaft. Gestrandet in einem kreativen Kaff – umringt von Musikern, Künstlern, Schauspielern, Filmemachern – gilt es einen eigenen Stil, sich selbst zu verwirklichen.
Die drei Studenten und der Biobauer, alle noch keine 30, sind Musiker, bedienen Bass, Gitarre, Schlagzeug, Synthesizer, Drum-Computer, Laptop, Effektpedale und ein Kinderkeyboard in unterschiedlichen Arrangements. Nisch sagt: „Ein Instrumentarium, aber ohne echte Instrumentalisten.“
In der Tat geht die Band oft verkopft an Dinge heran. Doch diese selbstkritische Herangehensweise verbindet sie und bringt Dunkel ins Licht auf ihrem Weg zum perfekten, niemals möglichen Popsong. Foals, The Notwist und Broken Social Scene –der Pop in den Songs dieser Bands ist das, was sie zu Vorbildern macht.
