
Infos Rockharz 2012
Infos Rockharz 2012

OUVERTÜRE
18 ereignisreiche Jahre sind bis dato ins Land gezogen, seit das RockHarz ’93 ins Leben gerufen
wurde. Von Beinahe-Ausfällen des Festivals, über Gigs der Bands auf LKW-Anhängern,
Besucherzahlen von gerade knapp 100 Köpfen und meteorologischen Desastern, hat das ROCKHARZ,
die Pilgerstätte für Rocker, Metaller, Gothics, Alternativos und Schaulustige, bis heute die ein oder
andere, teils drastische, jedoch unerlässliche Wandlung durchgemacht.
Betrachtet man das sensationelle Line-Up dieses Jahres, kann man nicht leugnen, dass das Konzept
aufgegangen ist, dass Blut, Schweiß und… Schweiß all die Jahre nicht umsonst geflossen sind.
DIE ERSTEN JAHRE
1993 ins Leben gerufen vom Verein Rock und Kultur am Harz e.V. lief das RockHarz noch unter dem
Namen „Rock gegen Rechts“, war mitnichten Open Air und dauerte 6 Stunden. Als Höhepunkt des
Abends galten die Abstürzenden Brieftauben und eine Band mit dem vielversprechenden Namen
Dahammwadensalad. Doch mit fast 1400 Jugendlichen in der Stadthalle Osterode war der Ansatz eines
Grundsteins für zukünftige Erfolge gelegt.
Schon im Jahr darauf verlagerte sich das Festival aus der Stadthalle heraus unter freien Himmel, auf
das Freizeitgelände in Lasfelde um genau zu sein. Auf einem LKW-Anhänger rockten die eingeladenen
Regionalbands vor knapp 1000 Besucherköpfen. Ein Knick in der RockHarz-Karriere? Nein, ein
Neuanfang!
Schon ’96 war eine Bühne mit immerhin satten 48 m² Spielfläche, (zum Vergleich: die Hauptbühne
heute misst ganze 200 m² Spielfläche), organisiert und Bands wie die Guano Apes – die ja bekanntlich
wenige Zeit später bereits Arenen füllten – The Atmosfear, Hungerstrike, Wasteland, Catty Caress und
Tallian Gray gaben sich die Ehre. Und auch die ersten Zelter schlugen ihre Lager auf.
1997 gab es sogar einen vorläufigen Besucherrekord von insgesamt 2500 Gästen, angezogen von 17
Bands, darunter Speak’n'Fish, MCDoors, Silent Hectic, X-Rated aus der Schweiz, Wild Thing, Silly
Season, Mad Minority, RAW und mehr.
GENRES WERDEN ERPROBT
Bis ’99 ging alles gut, doch in diesem Jahr erdreistete sich die Loveparade dasselbe Datum zu belegen
wie die alteingesessene und zweifellos ungleich bedeutendere Rockveranstaltung. Ob beide Ereignisse
dasselbe Zielpublikum haben, mag sicherlich Streitpunkt sein, Fakt jedoch ist, dass die Besucher
ausblieben. Das war auch ausschlaggebender Grund für die Veranstalter, sich im Folgejahr 2000 am
Europäischen Jugendcamp zu beteiligen, statt lediglich auf eigenes Risiko zu planen. Am Freitag
eröffnete das Camp mit einer Open-Air-Techno-Disco mit diversen DJs und Breakdance-Gruppen, der
Samstag stand dann aber ganz im Zeichen des Rocks. Eaten by Sheiks, Pussy Box und Perfect waren
einige der Bands, die den etwa 700 Jugendlichen einheizten.
Die Idee an zwei verschiedenen Tagen auch unterschiedliches Zielpublikum anzusprechen, hielt sich
bis 2001. Bis dahin war nicht einmal klar, welche Musikrichtung in Zukunft für das Festival
eingeschlagen werden sollte. Beim Metal Day am Freitag traten unter anderem Skyclad auf, sowie Die
Apokalyptischen Reiter, Flowing Tears, Re-Vision und Joker’s Wildest. Nicht weniger ausgelassen war
die Stimmung auch beim darauffolgende Tribute Day, bei dem ausschließlich Coverbands auftraten, die
Songs bekannter Klassiker zum Besten gaben. Kissed ließen sich nicht nur namenstechnisch von ihren
Kiss-Vorbildern kaum unterscheiden, Fear of the Dawn schmetterten bekannte Iron Maiden-Hymnen
und mit den Songs von den Beatles, vorgetragen von den Silver Beatles, und Zoo TV, die U2 coverten,
wurde zwar eine ruhigere Gangart eingelegt, die der guten Stimmung jedoch keinen Abbruch tat.
ES KRISTALLISIERT SICH WAS
Schandmaul, Mila Mar und die Letzte Instanz waren einige der Gastspieler im folgenden Jahr, von dem
an immer eine zweite Bühne organisiert werden musste.
JBO, Annihilator, Doro, Suidakra, End of Green und viele mehr standen im Jahr 2003 auf der Bühne
und die Musikrichtung des Festivals bewegte sich mehr und mehr im Rahmen von Metal und Gothic.
Mit Subway to Sally, Den Apokalyptischen Reitern, Majesty, Circle II Circle, Disbelief und Edge of
Thorns im Jahre 2004, war das anfangs noch relativ kleine „Meeting“ von Liebhabern guter Musik zu
einem „Happening“ herangewachsen, das nicht wie noch in den Kinderschuhen steckend nur die
eingefleischten Fans der Regionalbands anlockte, sondern den deutschlandweit verbreiteten Anhängern
der bekannten Musikern ein Billing bot, dem zu widerstehen schon nicht einfach war.
Damit war ein Scheidepunkt erreicht. Entscheidungen für 2005 mussten gefällt werden, ob das Festival
noch weiter wachsen sollte. Verbunden damit wäre gewesen, dass das zu tragende Risiko proportional
zur Veranstaltung mitwachsen würde. War die erreichte Größe eine, die man beibehalten wollte? Oder
war es gar sinnvoll wieder ein wenig zurückzuschrauben?
BENZIN INS FEUER
Wie die Antwort lautete, ist in Anbetracht der vor 2006 anwesenden gut 4000 Köpfe nicht schwer zu
erraten. Eingeheizt von Grave Digger, Doro, Rage, Holy Moses, Destruction, Onkel Tom sowie
insgesamt 21 Bands kochte das Gelände vor den Bühnen wie ein Hexenkessel. Was nun das Festival
selbst in die Profiliga katapultierte, war für den veranstaltenden Verein Rock und Kultur ein
Scheidepunkt. Schweren Herzens entschied sich der Verein dazu, die Organisation des Festivals in
neue, wenn auch vertraute Hände zu geben. Seit der Zeit kümmert sich die VERUGA GmbH um den
Ablauf des Festivals und bereitet die Veranstaltung hauptberuflich beinahe 12 Monate lang vor. Für die
zweite Bühne war Rock und Kultur bis einschließlich 2007 dennoch verantwortlich. Heute platzieren
sie fünf Newcomer-Bands im Programm und informieren mit einem Infostand auf dem Festivalgelände
über ihre Maßnahmen zum Erhalt der Rock- und Metalkultur im Harz.
Auch wenn die rein ehrenamtlich Organisation durch die neu eingeschlagene Richtung nicht mehr
möglich war, war der Durchbruch geschafft. Immer mehr namhafte Bands konnten für einen Auftritt
gewonnen werden, womit auch immer mehr Publikum Wind bekam von der „kleinen
Großveranstaltung“ im harzerischen Dorste, später Förste. Die zweite Stage reichte ’06 als Zeltbühne
nicht mehr aus und war von da an eine zweite Open-Air-Bühne.
Wer glaubte, dass Subway to Sally, JBO, Gamma Ray, Dimple Minds, Vader und Atrocity, so ein Teil
des 2006er Billings, nicht mehr zu übertreffen gewesen wäre, der musste 2007 gewiss seine Kinnlade
festhalten, denn mit In Extremo, Kreator, Oomph!, ASP, Rage, den Apokalyptischen Reitern, Lake of
Tears, Clawfinger und After Forever wurde den Metalheads wieder eine ganz besondere Auslese
verschiedenster Genres kredenzt.
GUT, SO WIE ES IST
Seit über 15 Jahren hat sich das Festival also seinen Weg durch Stadthallen, über Sportplätze und
Schwimmbad-Hinterhöfe gebahnt, bis es schließlich hier auf Feldern und Weiden in wunderschöner
Umgebung landete. Allein seit 2005 hat sich die Anzahl der eingeladenen Bands beinahe verdoppelt,
womit sich auch der Organisationsaufwand vervielfachte. Aber allen Widrigkeiten, wie zeitgleich
stattfindenden Fußballgroßturnieren, hartnäckiger Konzertkonkurrenz und monsunähnlichen
Wetterverhältnissen zum Trotz, hat sich das RockHarz mit Qualität, Beständigkeit und nicht zuletzt mit
Improvisationstalent etabliert und ist besonders auf die positive Resonanz von Presse, Besuchern und
Bands stolz, die sich auf dem RockHarz jedes Jahr gerne wieder zum gemeinsamen Huldigen an die
ROCKNROLL-Götter treffen!
Dem RockHarz gelang es auch in den folgenden Jahren, das Billing weiter auszubauen. 2009 konnten
WASP endlich nach Ballenstedt geholt werden, auch die Chartbreaker von Unheilig waren mit von der
Partie. Als besonderes Bonbon verpflichteten die Organisatoren die Erste Allgemeine Verunsicherung.
Auch im Jahr danach wuchs das Festival weiter an und präsentierte den rund 5000 täglichen Besuchern
Headliner wie Doro, Kreator, Overkill oder Eisbrecher. Damit führte das RockHarz sein inzwischen
entwickeltes Konzept, ein möglichst breites musikalisches Spektrum zu bieten, erfolgreich fort. Auch
in der Newcomer-Förderung war das Festival wieder aktiv und innovativ und gewährte den Harzer
Metallern Cast In Silence neben einem Slot am Donnerstag Abend den Status „RockHarz Featured
Artist“.
Mini-Chronik
1996: 16. und 17. August in Dorste; 8 Bands, darunter Guano Apes, Melrose Punks, Hungerstrike,
Wasteland; Etwas über 1000 Besucher; 48 m² Bühne; strahlender Sonnenschein, Damals gab es noch
bescheidene zwei Verkaufsstände, ausgerüstet mit 500 Würstchen und 250 Steaks um die Besucher zu
versorgen. Auch die 3 DM- Preise für Bier und Wurst sind erinnerungswürdig. Zur Unterhaltung der
jüngeren Gäste gab es sogar eine Hüpfburg. Erstmals wurde auch ein kleiner Obulus verlangt, um die
Kosten für Bühne, Equipment, Bands etc. zu decken.
2001: 15. und 16. Juni in Osterode auf dem Festivalgelände hinter dem Aloha-Schwimmbad, 10 Bands,
darunter Kissed, Fear of the Dawn, Skyclad, Die Apokalyptischen Reiter; insgesamt etwa 1300
Besucher, bei einer ungefähren Verteilung von 500 auf den ersten Tag und 800 auf den zweiten; 48 m²
Bühne; Interessant am RockHarz 2001 war das besondere Konzept: Freitag „Metal Day“, Samstag
„Tribute Day“; Der schwere Sturm und der noch heftigere Regen sorgten dafür, dass der Freitags-
Headliner Skyclad den Auftritt abbrechen musste. Die Bühne versank langsam, aber sicher im Matsch,
somit war die Sicherheit von Fans, Band und Equipment nicht mehr garantiert.
2007: 6. und 7. Juli in Förste mitten in der Feldmark, 30 Bands, darunter In Extremo, Kreator,
Clawfinger, Oomph!, ASP, Rage; 4500 Besucher pro Tag; 144 m² Bühne. Abgesagter Headliner-Gig
von WASP, aber super Ersatz von Destruction! Mal wieder ein gut gemischtes Line-Up, das keine
Wünsche offen ließ, dafür Pavillon zerfetzendes, Boden erweichendes Wetter; größtenteils, aber schöne
Sonnenuntergänge, warme, windstille Zwischenphasen und ein Regenbogen als Sahnehäubchen
entschädigten das ein oder andere stecken gebliebene Auto und verschlammte Stiefel; Wegen des
aufgeweichten Bodens mussten in letzter Sekunde 100t Holzhackschnitzel organisiert werden, die ein
wenig Flüssigkeit aufsaugen sollten.
2010: 9. bis 11. Juli in Ballenstedt am Harz, 40 Bands, darunter Kreator, Overkill, Doro, Edguy,
Feuerengel, Subway To Sally, Eisbrecher; 5000 Besucher pro Tag; Mille von Kreator begrüßt das
Publikum in Ballenstedt mit „Hallo Osterode!“; dafür war das Wetter endlich gut: die drei Tage
verzeichneten 33°, 36° und schließlich fast 40° Celsius im Schatten. Die örtliche Feuerwehr rückte an,
um Dusch- und Trinkwasserbehälter aufzufüllen und die Besucher vor der Bühne zu erfrischen; Die 3-
Tage-Vorräte an Wasserflaschen waren an den Getränkewagen bereits nach anderthalb Tage
ausverkauft. Zum ersten gab es mit den Newcomern Cast In Silence einen RockHarz Featured Artist
